Welcher Train.Red Muskel-Sauerstoffsensor passt zu deinem Einsatzbereich?

Die Messung der Muskeloxygenierung gewinnt im Leistungs- und Spitzensport, in der Leistungsdiagnostik sowie in der Rehabilitation zunehmend an Bedeutung. Während Herzfrequenz, Leistung oder Geschwindigkeit lediglich indirekte Rückschlüsse auf die Belastung des Körpers zulassen, zeigt die Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) direkt, wie gut ein Muskel mit Sauerstoff versorgt wird und wie schnell dieser Sauerstoff verbraucht wird.

Mit dem FYER 2.0, dem FYER 2.0 PRO und dem PLUS bietet Train.Red drei unterschiedliche NIRS-Sensoren an, die sich an verschiedene Anwendergruppen richten. Obwohl alle Geräte dieselbe App und dieselbe Analyseplattform nutzen, unterscheiden sie sich deutlich hinsichtlich ihrer Technologie und ihrer Einsatzmöglichkeiten.

Zwei unterschiedliche NIRS-Technologien

Die Train.Red Sensoren basieren auf zwei unterschiedlichen NIRS-Konzepten.

FYER 2.0 und FYER 2.0 PRO: Line Sensor Technology

Der FYER 2.0 und der FYER 2.0 PRO nutzen die von Train.Red entwickelte Line Sensor Technology. Im Gegensatz zu klassischen NIRS-Sensoren mit einem einzelnen Detektor verfügt diese Technologie über eine Reihe von Lichtempfängern. Das System passt die Messung kontinuierlich an die aktuellen Bedingungen an. Je nach Muskelgewebe, Hautbeschaffenheit, Durchblutung oder Signalstärke verändert der Sensor automatisch seine Empfindlichkeit und die Lichtintensität. Dadurch bleibt die Messqualität auch bei unterschiedlichen Athleten und Belastungssituationen stabil. Für Anwender bedeutet das vor allem eine zuverlässige Datenerfassung ohne aufwendige Kalibrierung.

PLUS: Forschungstechnologie für maximale Datentiefe

Der PLUS verwendet die gleiche NIRS-Grundtechnologie, die auch in klinischen und wissenschaftlichen Forschungssystemen eingesetzt wird. Jeder Sensor wird anhand spezieller Gewebemodelle kalibriert, um eine möglichst präzise und reproduzierbare Messung zu gewährleisten. Statt eines einzelnen Messkanals verfügt der PLUS über sechs unabhängige Messkanäle. Dadurch können größere Gewebebereiche erfasst, unterschiedliche Messtiefen analysiert oder mehrere Muskelbereiche gleichzeitig überwacht werden. Dies ermöglicht eine deutlich umfassendere Analyse des lokalen Stoffwechsels.

FYER 2.0: Der Einstieg in die Muskeloxygenierung

Der FYER 2.0 richtet sich an Trainer, Athleten und Diagnostiker, die primär die Muskelsauerstoffsättigung (SmO₂) überwachen möchten. Mit einer Messfrequenz von 10 Hz liefert er kontinuierliche Echtzeitdaten zur lokalen Sauerstoffversorgung der Muskulatur. Die Daten reichen für die meisten Trainingsanwendungen, Ausdauerbelastungen und grundlegenden diagnostischen Fragestellungen vollkommen aus.

Technische Merkmale

  • Messung der Muskelsauerstoffsättigung (SmO₂)
  • Messfrequenz bis 10 Hz
  • Gewicht: 20 g
  • Wasserdicht nach IPX7
  • Akkulaufzeit bis zu 20 Stunden
  • Bluetooth Low Energy und ANT+

FYER 2.0 PRO: Höhere Auflösung für Diagnostik und Leistungszentren

Der FYER 2.0 PRO basiert auf derselben Hardwareplattform wie der FYER 2.0, erweitert diese jedoch um zusätzliche physiologische Messgrößen und eine deutlich höhere Messfrequenz. Mit bis zu 100 Hz können auch sehr schnelle Belastungswechsel detailliert analysiert werden. Zusätzlich zur Muskelsauerstoffsättigung werden verschiedene Hämoglobinparameter erfasst, die tiefere Einblicke in Sauerstofftransport und Sauerstoffnutzung ermöglichen.

Zusätzliche Messwerte

  • Oxyhämoglobin (O₂Hb)
  • Desoxyhämoglobin (HHb)
  • Gesamthämoglobin (tHb)
  • Hämoglobindifferenz (HbDiff)

Technische Merkmale

  • Messung von SmO₂, O₂Hb, HHb, tHb und HbDiff
  • Messfrequenz bis 100 Hz
  • Gewicht: 20 g
  • Wasserdicht nach IPX7
  • Akkulaufzeit bis zu 20 Stunden
  • Bluetooth Low Energy und ANT+

Der FYER 2.0 PRO eignet sich insbesondere für Leistungszentren, Sportwissenschaftler, Athletiktrainer und Anwender, die detailliertere physiologische Daten benötigen.

PLUS: Der Forschungssensor von Train.Red

Der PLUS wurde für Anwender entwickelt, die höchste Ansprüche an Messgenauigkeit und Datentiefe stellen. Durch sechs Messkanäle kann der Sensor deutlich mehr Informationen erfassen als ein klassischer Single-Channel-Sensor. Dies eröffnet Möglichkeiten für umfassende Stoffwechselanalysen und wissenschaftliche Untersuchungen.

Technische Merkmale

  • Gold-Standard-NIRS-Technologie
  • Sechs unabhängige Messkanäle
  • Erweiterte Gewebe- und Stoffwechselanalyse
  • Gewicht: 26 g
  • Schweißresistent nach IPX4
  • Akkulaufzeit bis zu 12 Stunden
  • Bluetooth Low Energy und ANT+

Gemeinsame Plattform für alle Sensoren

Unabhängig vom gewählten Sensor arbeiten alle Geräte mit derselben kostenlosen Train.Red App zusammen. Die Übertragung erfolgt über Bluetooth oder ANT+. Neben den Rohdaten stellt die App die Informationen in einem praxisnahen Kontext dar. Funktionen wie die sogenannten Muscle States unterstützen dabei, Messwerte in konkrete Trainingsentscheidungen umzusetzen. Anstatt lediglich anzuzeigen, dass die Muskelsauerstoffsättigung auf einen bestimmten Wert gefallen ist, hilft die Software dabei, die Bedeutung dieser Veränderung für Belastung, Ermüdung und Trainingssteuerung einzuordnen.

FYER 2.0 auf FYER 2.0 PRO upgraden

Für Anwender, die bereits einen FYER 2.0 besitzen, bietet Train.Red die Möglichkeit, den Sensor nachträglich auf den Funktionsumfang des FYER 2.0 PRO zu erweitern. Über einen gerätespezifischen Lizenzcode werden die zusätzlichen PRO-Funktionen direkt auf dem vorhandenen Sensor freigeschaltet. Nach der Aktivierung erhöht sich die Messfrequenz von 10 Hz auf bis zu 100 Hz. Darüber hinaus stehen die erweiterten physiologischen Messwerte O₂Hb, HHb, tHb und HbDiff zur Verfügung. Da FYER 2.0 und FYER 2.0 PRO auf derselben Hardwareplattform basieren, ist keine zusätzliche Hardware erforderlich. Das Upgrade erfolgt vollständig digital und wird über die Train.Red App aktiviert.

Vorteile des FYER Upgrades

  • Upgrade eines vorhandenen FYER 2.0 auf den Funktionsumfang des FYER 2.0 PRO
  • Erhöhung der Messfrequenz von 10 Hz auf bis zu 100 Hz
  • Freischaltung von O₂Hb, HHb, tHb und HbDiff
  • Keine zusätzliche Hardware erforderlich
  • Aktivierung über einen individuellen Lizenzcode
  • Nutzung aller PRO-Funktionen in der bestehenden Train.Red App

Fazit

Alle drei Sensoren ermöglichen die Messung der Muskeloxygenierung in Echtzeit, richten sich jedoch an unterschiedliche Anwendergruppen.

  • Der FYER 2.0 eignet sich für Athleten und Trainer, die die Muskelsauerstoffsättigung einfach und zuverlässig überwachen möchten.
  • Der FYER 2.0 PRO bietet zusätzliche physiologische Kennwerte und eine höhere Messfrequenz für anspruchsvolle Leistungsdiagnostik.
  • Der PLUS richtet sich an Forschungseinrichtungen, Universitäten und Leistungszentren, die maximale Datentiefe und eine umfassende Stoffwechselanalyse benötigen.

Anwender, die zunächst mit dem FYER 2.0 starten möchten, können den Sensor bei steigendem Analysebedarf jederzeit per Software-Upgrade auf den Funktionsumfang des FYER 2.0 PRO erweitern. Dadurch bleibt die Investition flexibel und zukunftssicher. Die gemeinsame Plattform und die einheitliche App ermöglichen dabei einen unkomplizierten Einstieg in die Welt der Muskeloxygenierung – unabhängig davon, welches Sensorsystem eingesetzt wird.