Klassisches Krafttraining basiert in vielen Fällen auf festen Prozentwerten der Maximalkraft. Diese Methode ist etabliert, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie berücksichtigt weder die Tagesform noch die tatsächliche Bewegungsqualität im jeweiligen Satz.
Zwei Athleten können mit identischem Trainingsgewicht völlig unterschiedliche Leistungen erbringen. Ebenso kann ein einzelner Athlet je nach Ermüdung, Schlaf oder Trainingsstatus mit derselben Last eine deutlich andere mechanische Leistung erzeugen.
Velocity Based Training (VBT) setzt genau hier an. Statt ausschließlich über das Gewicht zu steuern, wird die Bewegungsgeschwindigkeit der Hantel als zentrale Steuergröße verwendet.
Was ist Velocity Based Training?
Velocity Based Training beschreibt ein Trainingskonzept, bei dem die Ausführungsgeschwindigkeit einer Bewegung zur Steuerung und Bewertung von Belastung herangezogen wird.
Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem:
- Bar Speed (Bewegungsgeschwindigkeit der Hantel)
- Power Output
- Velocity Loss innerhalb eines Satzes
- Repetitionsqualität unter Ermüdung
Die Grundannahme ist dabei einfach: Die Geschwindigkeit, mit der ein Gewicht bewegt wird, ist ein direkter Indikator für die tatsächlich erzeugte Leistung und den aktuellen Ermüdungszustand.

Damit wird Training weniger statisch und deutlich stärker an die reale Leistungsfähigkeit des Athleten angepasst.
VBT im Profisport
Im leistungsorientierten Sport ist VBT seit einigen Jahren etabliert. Besonders im olympischen Krafttraining, in Teamsportarten sowie in der Athletiksteuerung von Profiathleten wird die Methode genutzt, um Trainingsprozesse präziser zu steuern.

Typische Einsatzbereiche sind:
- Steuerung der Trainingsintensität in Echtzeit
- Ermüdungsmanagement innerhalb einzelner Einheiten
- gezielte Periodisierung von Kraft- und Powerphasen
- objektive Bewertung von Fortschritt und Leistungsfähigkeit
Der zentrale Vorteil liegt in der höheren Transparenz der tatsächlichen Trainingsbelastung. Anstelle von Annahmen über Prozentwerte entsteht ein messbarer, aktueller Leistungsindikator direkt im Satz.
Relevanz für ambitionierte Amateursportler
Auch außerhalb des Profisports wird Training zunehmend datenbasiert gesteuert. Gerade im ambitionierten Krafttraining oder im leistungsorientierten Teamsport zeigt sich ein wiederkehrendes Problem: Die Belastungssteuerung basiert häufig ausschließlich auf Erfahrung und subjektivem Empfinden.
Das führt in der Praxis zu zwei typischen Szenarien:
- zu hohe Belastung bei bereits bestehender Ermüdung
- zu niedrige Belastung an Tagen mit hoher Leistungsfähigkeit
Velocity Based Training kann diese Lücke schließen, indem die tatsächliche Bewegungsgeschwindigkeit als objektive Rückmeldung genutzt wird.
Für ambitionierte Athleten ergeben sich daraus mehrere Vorteile:
- präzisere Trainingssteuerung ohne starre Prozentwerte
- bessere Anpassung an Tagesform und Regeneration
- objektive Erfassung von Ermüdung innerhalb eines Satzes
- potenziell effizientere Leistungsentwicklung bei gleicher Trainingszeit
Herausforderung klassischer VBT-Systeme
Trotz der Vorteile ist der Zugang zu VBT im Trainingsalltag bisher häufig eingeschränkt. Viele Systeme sind entweder:
- stationär aufgebaut
- technisch komplex in der Anwendung
- kostenintensiv im Anschaffungspreis
Damit bleiben sie häufig leistungsdiagnostischen Einrichtungen oder professionellen Trainingszentren vorbehalten.
Für kleinere Studios, Personal Trainer oder ambitionierte Athleten stellt sich daher oft die Frage nach einer praktikableren Lösung.
GymAware FLEX: mobiles Velocity Tracking für den Trainingsalltag
Der GymAware FLEX ist ein mobiles System zur Erfassung von Bewegungsdaten im Krafttraining und Teil der GymAware-Produktfamilie im Bereich Velocity Based Training.


Ziel des Systems ist es, die Erfassung von Hantelgeschwindigkeit in ein deutlich flexibleres Setup zu überführen, ohne auf zentrale Messqualität im Trainingskontext zu verzichten.
Im Fokus steht dabei die Anwendung im direkten Trainingsumfeld – ohne feste Installationen oder komplexe Infrastruktur.
Funktionsweise des GymAware FLEX
Der FLEX wird direkt an der Hantel befestigt und arbeitet mit einem optischen Messprinzip. Ergänzend wird eine Referenzfläche am Boden genutzt, um die Bewegung der Hantel im Raum zu erfassen.
Die gemessenen Daten werden anschließend digital verarbeitet und in einer App dargestellt.
Der grundlegende Ablauf ist:
- Befestigung des Sensors an der Hantel
- Platzierung der Referenz-/Messfläche im Trainingsbereich
- Erfassung der Bewegung während der Wiederholungen
- Auswertung in der zugehörigen App



Erfasste Trainingsdaten
Der GymAware FLEX liefert eine Reihe von Leistungs- und Bewegungsparametern, die im Krafttraining relevant sind:
- konzentrische und exzentrische Bewegungsgeschwindigkeit
- durchschnittliche und maximale Bar Speed
- Power Output
- Range of Motion
- Wiederholungsstruktur innerhalb eines Satzes
- Velocity Loss über den Satzverlauf
- optionale Schätzung der Maximalkraft
Diese Daten ermöglichen eine deutlich differenziertere Betrachtung von Trainingssätzen als klassische Last- oder Wiederholungsangaben allein.
Praktischer Nutzen im Training
Im Trainingsalltag entsteht durch die unmittelbare Rückmeldung der Bewegungsqualität ein zusätzlicher Steuerungsmechanismus.
Typische Anwendungen sind:
- Anpassung des Trainingsgewichts auf Basis der tatsächlichen Geschwindigkeit
- frühzeitige Erkennung von Ermüdung innerhalb eines Satzes
- objektive Steuerung von Satzabbrüchen (Velocity Loss)
- bessere Vergleichbarkeit von Trainingseinheiten über Zeit
Damit wird Training nicht nur dokumentiert, sondern aktiv während der Durchführung steuerbar.
Zielgruppe des GymAware FLEX
Der FLEX richtet sich insbesondere an Anwender, die strukturierte Leistungsentwicklung im Krafttraining verfolgen, aber keine komplexe Labor- oder Institutsausstattung benötigen.
Typische Anwender sind:
- Personal Trainer im leistungsorientierten Umfeld
- Athletiktrainer in Vereinen
- ambitionierte Kraftsportler
- kleinere Performance- und Strength-Gyms
- Rehabilitations- und Return-to-Play-Settings
Fazit
Velocity Based Training verschiebt den Fokus im Krafttraining von statischen Lastvorgaben hin zu einer dynamischen, leistungsbasierten Steuerung.
Während diese Methodik lange vor allem im Profisport genutzt wurde, stehen heute auch Lösungen zur Verfügung, die eine Anwendung im kleineren Trainingsumfeld ermöglichen.

Der GymAware FLEX ist ein Ansatz, diese Lücke zu schließen und VBT in einen praktikableren, mobilen Kontext zu übertragen – ohne die Grundidee der präzisen Bewegungsanalyse zu verlieren.