„Nicht einfach nur auf dem Rücken liegen!“ – Nach seinen frühen Anfängen als Massagetherapeut, die von der Arbeit seines Vaters inspiriert waren, hat sich Marcus Hirschbiel heute als einer der führenden Köpfe in der Sportphysiotherapie etabliert. Seine Leidenschaft für aktive, praktische Behandlungsverfahren und der Einsatz moderner Methoden wie dem exzentrischen Flywheel-Training haben dabei sowohl Spitzensportlern als auch seinen normalen Patienten immer wieder zu bemerkenswerten Ergebnissen verholfen.
In diesem Interview erklärt Marcus, welchen Einfluss seine ganzheitliche, evidenzbasierte Philosophie auf eine moderne Rehabilitation hat, und wie er die neue, nun endlich CE-zertifizierte Exxentric kBox Medical dabei einsetzt.
1 . Marcus, kannst du uns zunächst kurz deinen beruflichen Werdegang schildern? Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, eine Laufbahn in der Physiotherapie und Rehabilitation einzuschlagen?
Mein Vater war Massagetherapeut und hat auf diese Weise vielen Menschen bei ihren Beschwerden geholfen, darunter auch Sportlern. Ich habe deshalb schon immer davon geträumt, irgendwann in seine Fußstapfen zu treten. Doch als ich meine Ausbildung begann, merkte ich schnell, dass Massage alleine nicht ausreicht, um den Menschen wirklich zu helfen. Ein Jahr nach Abschluss meiner Grundausbildung begann ich deshalb meine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Nachdem ich auch diese abgeschlossen hatte, setzte ich meine Weiterbildung in den Bereichen Kraft- und Konditionstraining sowie Manueller Therapie fort und schrieb mich an der Internationalen Akademie für Sportwissenschaft (IAS) unter Professor Bert van Wingerden ein.

2. Wie haben deine frühen Erfahrungen als Massagetherapeut und medizinischer Bademeister deine Herangehensweise an die Patientenbetreuung geprägt?
Diese Erfahrungen lehrten mich sozusagen, Strukturen zu „lesen“ und zu verstehen, wie ich den Menschen durch manuelle Techniken helfen kann.
3. Was führte dann dazu, dass du erkannt hast, dass passive Behandlungen alleine nicht ausreichen, um langfristigen Erfolg bei deinen Patienten zu erzielen? Und wie beeinflusste dies deine Entscheidung, Physiotherapeut zu werden?
Ich stellte einfach fest, dass passive Behandlungen aktive Probleme, insbesondere bei Verletzungen von Bändern oder Instabilität der Wirbelsäule, nicht lösen können. Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, wie jemand nur durch Liegen auf einer Bank stärker oder stabiler werden soll.
4. Im Laufe der Jahre hast du daraufhin zahlreiche Fortbildungen absolviert. Wie haben diese zusätzlichen Qualifikationen, wie Manuelle Therapie und Sportphysiotherapie, deine Praxis bereichert?
Die Manuelle Therapie beispielsweise hat meine diagnostischen Fähigkeiten erheblich verbessert, sodass ich meine Patienten und Athleten fortan mit Training und aktiver Therapie unterstützen konnte. Besonders prägend aber war meine Sportphysiotherapie-Ausbildung. Von Professor van Wingerden habe ich viel über Entzündungen, Wundheilung, Kollagenprozesse und deren Einfluss auf das Training von Hochleistungssportlern gelernt.
5. Im Jahre 2001 hast du dann die Praxis deines Vaters übernommen und sie in der Folge erheblich ausgebaut. Was war dabei deine Vision für diese neue Praxis?
Ich wollte, dass unsere Praxis zu den zehn besten in Deutschland gehört, insbesondere in Bezug auf die Qualität von Therapie, Rehabilitation und Athletiktraining. Dieser hohe Anspruch zog schnell die Aufmerksamkeit von Ärzten, Sportlern und Trainern von Nationalmannschaften und Vereinen auf sich.

6. Wie hat deine Zertifizierung als Sportphysiotherapeut von der Internationalen Akademie für Sportwissenschaft deine Arbeit mit Spitzensportlern beeinflusst?
Meine Ausbildung bei der IAS hatte den größten Einfluss auf mich. Professor van Wingerden vermittelte mir alles über Entzündungen, Wundheilung und Kollagenprozesse, die für das Training von Hochleistungssportlern nach meiner Erfahrung von entscheidender Bedeutung sind. Diese Ausbildung war für meine Arbeit mit Spitzensportlern einer meiner größten Vorteile.
7. Seit 2016 setzt du auch Flywheel-Trainingstechnologie, wie die Exxentric kBox, in deiner Praxis ein. Was hat dich an dieser Technologie besonders interessiert?
Ich habe die kBox zum ersten Mal in einer Einrichtung gesehen, in der die Therapeuten und Trainer nach meinem Eindruck hervorragende Arbeit geleistet haben. Daraufhin habe ich gut ein Jahr damit verbracht, die Vorteile dieses Flywheel-Trainings auch für meine eigenen Athleten zu erforschen, bevor ich mich letztlich dazu entschlossen habe, in meine erste eigene kBox zu investieren.
8. Wie hat sich die Integration von Flywheel-Training auf die Rehabilitationsergebnisse deiner Patienten und Athleten ausgewirkt?
Die Vorteile für Kollagenstrukturen sowie die signifikanten Verbesserungen in Maximalkraft, Geschwindigkeit und allgemeiner Robustheit sind meines Erachtens nach bemerkenswert. Flywheel-Training ist eine sichere, aber intensive Methode, die es sowohl Sportlern als auch normalen Patienten ermöglicht, stärker und funktionaler zu werden, verglichen mit traditionellem Gewichtstraining.
9. Seit 2020 leitest du die Exxentric Flywheel Trainer-Zertifizierung in Deutschland und Österreich. Wie hat diese Rolle deine Perspektive auf Flywheel-Training in der Rehabilitation beeinflusst?
Ich lehre grundsätzlich nur das, was ich auch selbst aktiv nutze und woran ich glaube. Ich habe davor beispielsweise fünf Jahre lang 30 Manuelle-Therapie-Kurse pro Jahr unterrichtet, weil es meiner Meinung nach eine der effektivsten passiven Therapien ist. Seitdem ich die Flywheel Trainer-Zertifizierung unterrichte, verfolge ich einen stärker wissenschaftlich fundierten Ansatz, aber gleichzeitig bleibt der Einsatz von Flywheel-Training weiterhin ein wichtiger Bestandteil meiner Praxis – es macht mehr als 60 % meines Trainings für Spitzensportler und Rehabilitation aus.
10. Mit der kBox Medical gibt es nun endlich auch ein CE-zertifiziertes Modell der kBox, das speziell auf die Bedürfnisse von Reha-Profis zugeschnitten ist. Wie bedeutend ist diese Zertifizierung deiner Erfahrung nach für die klinische Praxis?
Die CE-Zertifizierung ist sehr wichtig. In Deutschland muss man, wenn man mit Patienten arbeitet und Verträge mit Krankenkassen hat, zertifizierte medizinische Geräte verwenden. Die Zertifizierung war deshalb längst überfällig, da sie uns nun endlich ermöglicht, die kBox legal in der Rehabilitation einzusetzen.

11. Wie profitieren du und deine Patienten von der erhöhten Belastbarkeit und den Designverbesserungen der kBox Medical?
Ich bin dafür bekannt, nur die besten Geräte zu verwenden, und meine Patienten und Athleten vertrauen darauf. Ich bin deshalb sicher, dass die erhöhte Belastbarkeit für andere Einrichtungen genauso wertvoll ist.
12. Die neue kBox Medical bietet Schulungen in mehreren EU-Sprachen. Wie wichtig ist das für Praktiker und Patienten in einem vernetzten europäischen Kontext?
Es ist unglaublich wichtig, gerade in unserer globalisierten Welt. Zum Beispiel hatte die Verfügbarkeit der Flywheel-Trainer-Ausbildung in deutscher Sprache dazu geführt, dass das sich der Einsatz der Exxentric-Geräte bei deutschen und österreichischen Therapeuten und Trainern erheblich gesteigert hat. Die Verfügbarkeit der Ausbildung in verschiedenen Sprachen macht deshalb einen großen Unterschied.
13. Inwiefern glaubst du, dass die kBox Medical besser auf die Anforderungen moderner Rehabilitationseinrichtungen zugeschnitten ist als frühere Modelle?
Die Verfügbarkeit eines zertifizierten medizinischen Produkts gibt den behandelnden Therapeuten das Vertrauen, mit zuverlässigen Geräten zu arbeiten. Alleine schon die medizinische Zertifizierung ist deshalb enorm wichtig, um Therapeuten und Patienten ein sicheres Gefühl zu geben.
14. Kannst du konkrete Beispiele nennen, wie du die kBox Medical in deinen Rehabilitationsprogrammen einsetzt, um die besten Ergebnisse für deine Patienten zu erzielen?
Beispielsweise bei der Kreuzband-Rehabilitation sehen wir eine signifikante Verbesserung von Maximalkraft, Geschwindigkeit und der Qualität bei Sprüngen und Landungen. Die kBox Medical ist zudem auch besonders effektiv bei der Rehabilitation der Patellarsehne. Vor allem fördert sie aber die Kollagensynthese, was für bestmögliche Ergebnisse entscheidend ist.
15. Wie lässt sich die kBox Medical in bestehende klinische Arbeitsabläufe integrieren und welche Effizienzgewinne bietet sie für dich als Rehabilitationsspezialisten?
Die kBox Medical lässt sich problemlos in jeden klinischen Arbeitsablauf integrieren, sei es bei der Arbeit mit postoperativen Patienten, orthopädischen Patienten oder in neurologischen Anwendungsfeldern. Sie ist erschwinglich, sicher und auch bei älteren Patienten und solchen in frühen Rehabilitationsphasen effektiv. Sie bietet zudem optimales Training für die Kollagensynthese, Sehnenrehabilitation und Wirbelsäulenrehabilitation – und das alles, während die Patienten aktiv bleiben und nicht einfach nur auf dem Rücken liegen.