Handliche Dynamometer helfen Trainern, die Fortschritte von Sportlern präziser zu messen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Im Gegensatz zu subjektiven Einschätzungen durch das „Trainer-Auge“ bieten Dynamometer objektivere Ergebnisse.
1RM-Tests sind technisch anspruchsvoll, zeitintensiv und bergen ein vergleichsweise höheres Verletzungsrisiko. Dynamometer hingegen ermöglichen isometrische Kraftmessungen, die sicherer und weniger aufwendig hinsichtlich des benötigten Equipments sind. Je nach Dynamometer können Kraft, Ausdauer und die Rate der maximalen Kraftentwicklung (RFD) in spezifischen, für die Sportart relevanten Gelenkwinkeln gemessen werden.
Durch ihre Handlichkeit und Validität sind Dynamometer ideal für den Alltag von Trainern und Therapeuten. Verschiedene Modelle, wie der Tindeq Progressor und der EasyForce von Meloq, bieten unterschiedliche Funktionen und sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich. Ihr Einsatz ermöglicht eine detailliertere Analyse der Leistungsentwicklung und hilft bei der Identifizierung des individuellen Leistungsprofils mitsamt Stärken und Schwächen des getesteten Sportlers.


Die Vorteile liegen auf der Hand: Dynamometer bieten präzise Messungen, sind einfach anzuwenden und eine wertvolle Ergänzung zum klassischen Trainingsequipment. Sie helfen Trainern wie auch Therapeuten, fundierte Entscheidungen zu treffen, den Fortschritt von Sportlern objektiv zu bewerten und in der Folge das Verletzungsrisiko zu minimieren.
Aus meiner eigenen Arbeit kann ich von folgenden spannenden Fällen berichten, in welchen mir isometrische Kraftmessungen hilfreich zur Seite standen:
- Liegt es an der Kraft?
Ein von mir trainierter Top-3 U18-Tennisspieler zeigte deutliche Unterschiede im Seitenvergleich bei explosiven unilateralen Bewegungen wie Sprintstarts oder Sprüngen. Eine schnelle Annahme wäre gewesen, dass dem Spieler in einem Bein Kraft fehlt. Doch die isometrische Messung ergab keinen Kraftunterschied. Stattdessen zeigte die Analyse von Slow-Motion-Videos, dass das Problem beim Schwungbein lag, welches weniger effizient arbeitete. Die Lösung war eine gezielte Verbesserung der technischen und koordinativen Fähigkeiten, nicht ein Kraftaufbau. Ohne die Hilfe der isometrischen Kraftmessung hätte ich womöglich direkt auf das Naheliegende, nämlich ein Kraftdefizit, getippt und wäre diesen Weg in meinem Training eingeschlagen – ziemlich sicher mit geringem Erfolg. - Achillessehnen-Schmerz:
Ein U16-Fußballspieler eines großen Nachwuchsleistungszentrums klagte über anhaltende Achillessehnenschmerzen. Vorherige Dehn- und Massageübungen, welche er von dem vereinseigenen Physiotherapeuten bekommen hatte, brachten auch nach vielen Wochen und Monaten keinerlei Besserung. Eine isometrische Kraftmessung zeigte einen deutlichen Maximalkraftunterschied zwischen der betroffenen und der gesunden Seite. Durch gezielte hochintensive isometrische Kraftübungen konnte die Achillessehne gestärkt werden, was innerhalb weniger Wochen zu einer Reduzierung der Schmerzen und einer besseren Einsatzfähigkeit des Sportlers führte. - Fortschritte in der Rotationskraft:
Ein jugendlicher Tennis-Leistungsspieler hatte das Gefühl, trotz monatelangem Training keine Fortschritte zu machen, obwohl er seine Trainingsgewichte in verschiedenen Rotationsübungen erhöht hatte. Eine isometrische Messung ergab eine deutliche Verbesserung seiner Rotationskraft um 25 % auf der Vorhand- und 47 % auf der Rückhandseite. Diese Ergebnisse halfen nicht nur, den Fortschritt objektiv zu dokumentieren, sondern stärkten auch das Vertrauen des Sportlers in das Training. Denn nicht selten helfen Visualisierungen Sportlern im mentalen Bereich, die neue Stärke durch objektive Daten zu verarbeiten und in der Folge tatsächlich auf den Platz zu bringen.
Diese ganz unterschiedlichen Fallbeispiele zeigen, wie Dynamometer jedem Trainer in der alltäglichen Arbeit helfen können. Präzise Diagnosen sind wichtig, um das Training möglichst optimal zu steuern und damit Leistung zu steigern und Verletzungsrisiken zu minimieren.



Zusammenfassend sind dank moderner Technologie isometrische Kraftmessungen jedem zugänglich.
Dank der recht geringen Investition in einen Dynamometer lassen sich objektive Daten überall und jederzeit in kürzester Zeit und mit wenig Aufwand generieren. Ob im Performance- oder Rehabilitationsbereich – Dynamometer sollten in jeder Trainer- oder Therapeuten-Toolbox zu finden sein.
Konstantin Stamm ist Head of Performance bei der ESTESS Tennisacademy in Kiel. Als verantwortlicher Athletiktrainer, Physiotherapeut und Turniercoach betreut er den Leistungsaufbau auf- und abseits des Platzes. Zudem unterstützt er mit seiner eigenen Unternehmung RYP – Reach Your Potential Athleten ganz verschiedener Sportarten und Leistungsklassen. Konstantin schreibt regelmäßig für Fachmagazine wie tennis Sport, TRAINER oder das Functional Training Magazine. Bei der Athletikkonferenz 2022 war er Speaker und sprach über Isometrie sowie dessen Bedeutung für Bewegungen im Sport.
Wir danken Konstantin für seinen Beitrag und den spannenden Einblick in seine Arbeit! Da auch wir selbst von den Vorteilen eines hochwertigen Dynamometers überzeugt sind, haben wir jüngst die beiden Modelle Progressor 200 und Progressor 500 von Tindeq in unser Sortiment aufgenommen. Gerne stehen wir dir im Falle von Fragen per Mail an post@pullsh.net oder telefonisch unter +49 6162 9199772 zur Verfügung. Wenn du dich von den praktischen, kleinen Kraftmessern persönlich überzeugen möchtest, können wir zudem gerne einen Termin in unserem Showroom in Reinheim bei Frankfurt am Main vereinbaren.


